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Demenz-Kranker Anton Arens im Pflegeheim mit einer Pflegerin
Foto: Franz Purucker
Carola Müller vom Pflegedienst Homecare in Geseke mit Anton Arens, der schon seit einigen Jahren an Demenz erkrankt ist. Anfangs lebte er zu Hause, jetzt zieht der 91-Jährige in eine ambulante Wohngemeinschaft um und lebt, wie im Hintergrund zu sehen, mit anderen Senioren zusammen.
Thema der Woche

Demenz: Wenn Vergesslichkeit gefährlich wird

Sonntag, 15. September 2019 von Franz Purucker

Anton Arens sitzt geduldig auf einem Sessel, blättert in einem Buch über die 50er-Jahre und erzählt detailliert von früher. Erinnerungslücken? Keine Spur! Trotzdem ist der 91-Jährige einer von fast 1,6 Millionen Demenz-Kranken in Deutschland.

Seit sechs Jahren wird der ehemalige Künstler vom Geseker Pflegedienst Homecare zu Hause betreut. Das geschichtliche Buch ist für den Senior wie eine Tageszeitung, erklärt Carola Müller vom Pflegedienst Homecare: „Für ihn ist das gerade aktuell“.

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Die Krankheit macht sich im Alltag deutlich bemerkbar: „Demenz sorgt für Einschränkungen beim Kurzzeitgedächtnis“, erklärt die gelernte Krankenschwester weiter. Auch Anton Arens bekam im frühen Stadium der Demenz zunächst nur ein bis zwei Mal pro Woche Unterstützung. „Wir haben geschaut, ob er seine Tabletten genommen hat und ihm frische Sachen rausgelegt.“ In der Stadt war Arens trotz seines hohen Alter noch regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs, grüßte Bekannte und führte Gespräche. Die Demenz blieb dabei vielen wohl verborgen.


Heute ist das undenkbar. Schon eine Baustelle auf dem Weg könnte ihn so aus dem Konzept bringen, dass er orientierungs- und hilflos wäre.
Demenz-Kranke haben es schwer, einen strukturierten Tagesablauf zu organisieren. „Wir haben Patienten, die laufen nachts durchs Haus und räumen ihren Schrank aus“, so Müller.

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Anton Arens bereitete die letzten Jahre Frühstück und Abendessen noch selbst zu, bekam nur das Mittagessen geliefert. Irgendwann vergaß er abends die Tür abzuschließen. Vor einigen Wochen bemerkte sein Sohn, dass der Vater nichts mehr isst und draußen Laub sammelte, um damit Tee zuzubereiten. Außerdem fiel es ihm schwer, zwischen frischen und schimmeligen Lebensmitteln zu unterscheiden. Ein Alarmsignal. Nun zieht der Rentner in eine Senioren-WG, wo er rund um die Uhr bereut wird. (

Wie es den Fachkräften gelingt, gegen die Vergesslichkeit zu kämpfen, warum strukturierte Tagesabläufe für Erkrankte so wichtig sind und wo es Beratungsstellen und ein Aktionsprogramm zur am Montag beginnenden Woche der Demenz gibt, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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