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Ein Auto lädt an einer Ladesäule für Elektroautos.
Foto: Pixabay (Symbolfoto)
Erst genug Elektroautos oder besser vorher ein breites Netz an Ladesäulen bauen? In dieser Frage sind sich CDU und SPD uneinig.
Salzkotten

Das Henne-Ei-Problem der E-Mobilität: SPD und CDU streiten um Ladesäulen

Montag, 22. März 2021 von Franz Purucker

Eine Schnellladesäule für Elektroautos in der Salzkottener Kernstadt bis Ende September und mindestens eine Ladesäule in jedem Ortsteil bis Sommer nächsten Jahres. Diese ambitionierten Pläne der Salzkottener SPD hat die CDU mit ihrer Mehrheit nun im Bauausschuss gestoppt.

70.000 Euro sollte der Schnellladepunkt nach Abzug von Fördermitteln an zentraler Stelle kosten, weitere 7.500 Euro waren für jede Ladesäule in den Ortsteilen kalkuliert.

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Im Dezember hatte die Verwaltung zuletzt auf SPD-Anfrage ausgeführt, dass es aufgrund mangelnder Rentabilität aktuell keine privaten Anbieter gibt, die bereit sind in der Sälzerstadt zu investieren und wollte nun, dass die Stadt rund 120.000 Euro in die entsprechende Infrastruktur stecken.

Die CDU-Fraktion zweifelt am Kosten-Nutzen-Verhältnis der Investition: „Grundsätzlich werden mit E-Autos zu 70 Prozent nicht mehr als 50 Kilometer am Tag zurückgelegt. Der Energiebedarf für diese Fahrten wird zu Hause per Wallbox oder Haushaltsstrom geladen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

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Die Ladesäule an der Salzkottener Schützenhalle, inzwischen Impfzentrum des Kreises Paderborn, wird wohl für erste eine von wenigen in Salzkotten bleiben. Die SPD wollte eine Schnellladesäule und in jedem Ortsteil eine reguläre Lademöglichkeit bauen. Doch die CDU lehnte die Pläne ab. Foto: Franz Purucker (Archiv)

Grundsätzlich unterstütze die CDU den Aufbau von Ladesäulen in der Innenstadt, jedoch sollten diese von privaten Anbieter aufgestellt werden, die wiederum dabei bestmöglich von der Stadt unterstützt werden sollen beispielsweise bei der Suche eines Standortes.

Selbst mit einer Förderung sei der Eigenanteil für einen Schnelllader nicht vertretbar. Die Christdemokraten halten es für „sinnvoller, sozialer und nachhaltiger, die geforderte Gesamtinvestitionssumme von mindestens 120.000 Euro in andere Klimaschutzmaßnahmen zu investieren.“ Gerade in schwierigen Zeiten müssten Plus und Minus beim Vermögen der Bürger beachtet werden.

Die geplante Schnellladesäule machen aus Sicht der Christdemokraten nur an Autobahnen und Verkehrsknotenpunkten Sinn. Außerdem würden darauf vor allem die selten mit Strom fahrenden Vielfahrer zurückgreifen.

Die SPD ist enttäuscht: „Die CDU verharrt in der automobilen Steinzeit“, schimpft sie in einer Pressemitteilung und argumentiert, dass der Ausbau den entstehenden Bedarf vorwegnehmen würde, wenn frühzeitig Lademöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. „Wir warten mit dem Straßenbau in Neubaugebieten ja auch nicht so lange, bis das erste Auto bei den Bauherren auf dem Hof steht“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Sprink.

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Aus Sicht der Sozialdemokraten könne vor allem auch das Kostenthema kein Argument gegen den Ausbau sein.
Gerade weil sich Ladesäulen im ländlichen Raum nicht wirtschaftlich betreiben lassen, sei es dringend notwendig, dass die öffentliche Hand tätig werde. Außerdem seien die Investitionen aufgrund ihrer langen Nutzungsdauer über viele Jahre absolut vertretbar. Die SPD bedauere es sehr, dass ein Zug in Richtung Klimaneutralität verpasst wurde.

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