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Foto: Stadtarchiv Salzkotten
Als „Heinrichsflut" ging die Hochwasserkatastrophe vom 16. Juli 1965 in die Geschichte des Kreises Paderborn ein. Auch Salzkotten war betroffen. Die Heder und ihre Zufllüsse fluteten die Lange Straße bis zu 1,50 Meter Wassertiefe.
Thema der Woche

Bürener Zentrale soll solche Fluten wie 1975 vermeiden

Samstag, 17. April 2021 von Franz Purucker

Es ist 56 Jahre her, dass im NR-Land die Sirenen heulten. Am Nachmittag des 16. Juli 1965 wird für die Kreise Paderborn, Büren und Lippstadt Katastrophenalarm ausgelöst. Kurzfristig ruft die Landesregierung den Notstand aus.
Feuerwehr, Polizei, Technisches Hilfswerk sowie deutsche, britische und die damals noch vor Ort stationierten belgischen und niederländischen Streitkräfte eilen unter anderem nach Salzkotten, wo 250 bis 300 Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel kommen. Binnen zwei Stunden fällt so viel Regen wie sonst in sechs Sommerwochen zusammen.

Besonders dramatische Bilder spielen sich in Etteln ab, wo rund 200 Menschen von den Fluten eingeschlossen werden. 17 Stunden lang harren sie teilweise auf den Dächern ihrer Häuser aus. 150 Bewohner verlieren ihr Hab und Gut. In Lippstadt wird die Innenstadt bis zu einem Meter hoch überflutet. 24 Brücken im Paderborner Land werden zerstört. Einspurige Behelfsbrücken werden von Pioniereinheiten und Firmen eingebaut, um die wichtigsten Verbindungen wieder provisorisch instand zu setzen.

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Als „Heinrichsflut“ geht die Katastrophe in die Geschichte ein und kostet am Ende rund 200 Millionen D-Mark. Sieben Todesopfer sind zu beklagen, darunter vier Kinder.

Hochwasserschutz geht nur gemeinsam

Damit sich ein solches Ereignis nicht wiederholt, gründen die Kreise Büren, Paderborn und Lippstadt im Jahr 1971 – also vor 50 Jahren – den Wasserverband Obere Lippe, kurz WOL.
Heute kümmert sich der WOL um die Unterhaltung von 480 Kilometern Fließgewässer. Um seinen Aufgaben nachzukommen, haben der Kreis Paderborn – mit 75 Prozent das größte Mitglied des Verbandes – und der Kreis Soest – Anteilseigner der restlichen 25 Prozent – hohe Investitionen für den Hochwasser- und Gewässerschutz getätigt.

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Die Almebrücke in Wewelsburg hielt den Wassermassen nicht stand. Fotos: Kreisarchiv Paderborn / Sander

Heute schützen 27 im Verbund gesteuerte Hochwasserrückhaltebecken in ständiger Betriebsbereitschaft vor Hochwasser. „Der Grundgedanke des Wasserverbandes war bei seiner Gründung vor einem halben Jahrhundert etwas ganz Neues. Die Gründer orientierten sich nicht an Kreis- und Gemeindegrenzen, sondern an den Läufen der Flüsse“, erklärt der Paderborner Landrat Christoph Rüther im Rückblick. „Wollen wir Mensch und Eigentum wirksam schützen, können wir das nur gemeinsam erreichen. Dies galt damals genauso wie heute“, so Landrat Rüther weiter.

In unserem Thema der Woche blicken wir zurück auf die 50-jährige Geschichte des Wasserverbandes Obere Lippe und wie die Bürener Zentrale heute mit modernen Anlagen Hochwasser-Katastrophen verhindern soll – und zwar weit über die Region hinaus.

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