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Foto: Deutsche Bahn
NR-Land

Bahnprofi verrät: Acht Tipps um bei Bahntickets zu sparen

Samstag, 14. Dezember 2019 von Franz Purucker

Wie berichtet, gibt Hartig Seger aus Geseke seine Bahnagentur zum 31. Dezember ab (hier geht es zum Bericht). Der 72-Jährige hat uns verraten, wie sich auch zu ungünstigen Zeiten, preiswert Bahnfahrscheine buchen lassen.

1. IC statt ICE

Die Sparpreise der Bahn sollen in erster Linie die Zugauslastung verbessern. Die Kunst besteht also darin, Züge zu suchen, die leer sind. „Da nehmen wir mal den ICE raus“, gibt Hartwig Seger von der DB-Agentur einen Tipp. Zwar ist der Intercity etwas langsamer und wird deshalb im Internet ohne weiteres nicht angezeigt, kann aber viel Geld sparen.

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Im Beispiel Geseke-Stuttgart gibt es die Option, in Münster in den IC zu steigen. Die Fahrt dauert nur 30 Minuten länger.

Oft verkehren IC und ICE direkt hintereinander zum Beispiel zwischen Hannover und Köln über Bielefeld.

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Fahrgast Günter Fiedler (l.) wird seinen Fahrschein in Geseke künftig bei Betty Quiatkowski (h. l.) kaufen. Hartwig Seger (r.) gibt die einzige Bahnagentur im NR-Land zum Jahresende ab. Neuer Betreiber ist ein Reisebüro aus Werl. Foto: Franz Purucker

2. Strecke verändern

Auch dieser Trick hat es auf leere Züge abgesehen. „Wir verändern einfach die Umstiege“, erklärt Seger. Wer von Geseke nach Stuttgart fährt, wird als günstigste Strecke über Hamm und Düsseldorf geleitet.

Möglich ist die Reise aber auch mit Umstieg in Paderborn, Kassel und Mannheim. Der Unterschied ist beachtlich: Statt 91,80 Euro (Sparpreis über Hamm/Düsseldorf) sind es über Kassel und Mannheim nur 51,90 Euro (Beispiel 18. Dezember). Die Fahrt dauert nur zwölf Minuten länger.

3. Gruppenreisen

Wer in der Gruppe reist, spart bei der Bahn. Diese sogenannten „Gruppe & Spar“-Angebote gibt es ab sechs Personen, werden nicht bei den regulären Sparpreisen angezeigt und am Automaten gar nicht angeboten. Dabei sind diese lukrativ: Wer beispielsweise am 18. Dezember mit der Bahn von Geseke nach München fahren will, bekommt als Sparpreis 81,90 Euro angezeigt – pro Person! 

Als Gruppenreise für sechs Personen kostet die Fahrt auf der gleichen Strecke und den gleichen Zügen 210,40 Euro – also nur 35,90 Euro pro Person und der Sitzplatz ist bereits inklusive. 

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Bereits ab drei Reisenden lohnt es sich im konkreten Beispiel, das Gruppenangebot, auch wenn dann drei Plätze ungenutzt bleiben.

4. Auslandsticket

Reisen in die Nachbarländer fallen unter ein ganz eigenes Sparpreis-Kontingent. Gerade für Städte mit Direktverbindungen ins Ausland wie Dresden, Oberhausen, Hamburg oder Frankfurt(Oder), macht es Sinn die Reise ein  kleines Stück ins Ausland zu verlängern, wenn es für innerdeutsche Verbindungen keine günstigen Sparpreis mehr gibt. Der vorherige Ausstieg ist natürlich trotzdem möglich.

5. Günstige 1. Klasse

Die meisten Bahnfahrer reisen in der günstigen 2. Klasse. Oft ist der Aufpreis in die 1. Klasse aber sehr gering. „Manchmal ist es sogar günstiger, denn in der 1. Klasse ist die Sitzplatzreservierung bereits inklusive“, so Seger. Im ICE gibt es außerdem Essen und Getränke an den Platz serviert sowie kostenlose Zeitungen.

6. Nahverkehr nutzen

Auf manchen Strecken bietet der Fernverkehr – also IC und ICE – kaum einen Zeitvorsprung. Wer nur Nahverkehr fährt, kann für die Züge in ganz Deutschland quasi eine Tageskarte mit dem Namen „Quer-durchs-Land-Ticket“ zum Preis von 46 Euro plus 8 Euro je Mitfahrer (maximal vier Mitfahrer) kaufen. Am Automaten und online ist das Ticket 2 Euro günstiger.

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7. Fernverkehr buchen

Gerade mit Kindern sind IC und ICE günstiger als der Nahverkehr, da die Kinder bis 14 Jahre hier kostenlos mitfahren. Für eine Familie (2 Erwachsene und 2 Kinder) ist es von Salzkotten nach Soest deshalb günstiger für 21 Euro ein IC-Ticket zu kaufen, statt den teuren Westfalen-Tarif für 31,20 Euro zu buchen. IC-Tickets (außer Sparpreise) gelten auch im Nahverkehr.

8. Nachtzüge nutzen

Nachtzüge sparen Geld, weil sie einen Schlafplatz bieten und damit ein Hotel überflüssig machen. Die Züge starten zwischen 19 und 21 Uhr und kommen am Zielbahnhof zwischen 6 und 10 Uhr an.

Die ÖBB bietet Nachtzüge mit Schlaf- und Liegewagen von Köln oder Düsseldorf nach Wien und Innsbruck sowie von Hamburg nach Zürich über Hannover und Göttingen an. 

Buchbar sind die Züge über alle Verkaufsstellen der Deutschen Bahn und online: www.oebb.at

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Als Urlaubsexpress gibt es einen kleinen Nachtzuganbieter, der nicht über die Deutsche Bahn buchbar ist und in der Skisaison von Münster oder Hamburg nach St. Anton in Österreich fährt.

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