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Mit der Handramme wurden die Pfähle der Obstbäume in den Boden gerammt.
NR-Land

Bäume, Sträucher und Gemüse: So wird ein Acker zum Agrarforst

Sonntag, 30. Januar 2022 von Johannes Büttner

Obstbäume, Beerensträucher  und Gemüse werden gemeinsam auf einem Feld gepflanzt: Diese, in der Region noch  ungewöhnliche Anbauweise, wird derzeit auf einer Ackerfläche in  Scharmede  praktiziert. Initiatoren dieses Projektes  sind die Mitglieder der gemeinnützigen Genossenschaft Solidarische Landwirtschaft Vauß Hof eG, kurz:  „Solawi“. Ziel ist es,  die gemeinsame  Anbauweise von Gehölz und Gemüse in einem Projektversuch zu testen. 

Rund 30 Helfer, allesamt Mitglieder der Solawi-Genossenschaft, sind an diesem Morgen auf der rund 2.000 Quadratmeter großen Ackerfläche an der Bentfelder Straße aktiv. Trotz des nassen und somit schweren Bodens  werden Löcher gebuddelt, Lasten auf Schubkarren transportiert, junge Bäume an ihrem zukünftigen Standort platziert und Baumpfähle in den Boden gerammt. 

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Dass das alles nicht willkürlich passiert, darauf achtet Maike Westermann. Sie ist als Gärtnerin erste Ansprechpartnerin bei diesen Pflanzaktionen.  „Wir stellen mit diesem neuartigen Agrarforst eine wichtige Verbindung zwischen Acker, Gemüse und Gehölz her,“ erklärt Maike Westermann: Die Bäume holen mit ihren Wurzeln Wasser und Nährstoffe an die Oberfläche und versorgen damit das Gemüse. Gleichzeitig sorgen die Bäume auch für Windschutz und Beschattung. Ihr Holz wiederum wird als Energieholz verwendet und das Obst als Nahrung. Die Büsche vermindern Bodenerosionen durch Windabtragungen und liefern gesundes Obst zum Verzehr. Nicht zuletzt werden auch neue Schutzräume für Vögel, Bienen und Insekten geschaffen, so die Expertin.

Alles wird von Hand gemacht

Bei der gesamten Pflanzaktion wird vollständig auf den Einsatz von großen Maschinen verzichtet. „Alles wird per Hand gemacht, Maschinen würden nur den Boden verdichten“, erklärt Maike Westermann.  Bei der Anpflanzung der Obstbäume setzt man auf alte Sorten. Das „Paderborner Seidenhemdchen“  ist ebenso dabei, wie der „Schöne aus Wiedenbrück“. „Den „Geseker Glockenapfel“ haben wir leider nicht bekommen, der ist den Wühlmäusen zum Opfer gefallen“, so Westermann.   

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An Gemüse wird alles gepflanzt, was hier wächst und gedeiht – Salat, Lauch, Möhren, Roten Bete und bald auch Pilze. In den Genuss der Produkte kommen die Mitglieder der Genossenschaft. Einmal wöchentlich steht auf der von der Familie Pöttig angemieteten Halle am Vauss –Hof  das Gemüse für alle Mitglieder, die einen Ernteteil gebucht haben, zur Abholung bereit. 

„Ein solches Projekt entspricht genau den  Zielsetzungen der Genossenschaft“, erklärte Andreas Watzek. Diese, so der Sprecher der Projektgruppe, bestehen – neben Landwirtschaft – auch in der Wissensvermittlung im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit sowie im Landschafts- und Naturschutz. 

Die jetzige Maßnahme wurde übrigens mit einer ordentlichen Finanzspritze gefördert: Durch das Förderprojekt Postcode Lotterie erhielt die Genossenschaft eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 23.000 Euro.

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