arrow_back
Foto: PR
Der westfälischen CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Liese in seinem Büro.
NR-Land

Arzt meint: Die nächsten Tage entscheiden über Katastrophe oder Sieg

Freitag, 20. März 2020 von NR Redaktion

Der Mediziner und Europaabgeordneten Dr. Peter Liese warnt davor, die relativ niedrigen bestätigten Fallzahlen als Anlass zur Sorgelosigkeit zu sehen.

„Gefährlich ist die Dynamik und wir müssen davon ausgehen, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt, weil nicht jeder getestet wird oder getestet werden kann. Viele übertragen das Virus ohne überhaupt etwas zu merken“, so der Mediziner.

Anzeige

Besonders dramatisch ist die Geschwindigkeit der Ausbreitung in seinem Heimatkreis, dem Hochsauerland. „Am Dienstag, 10. März, hatten wir den ersten bestätigten Fall. Jetzt sind es schon 85 und fast jede Stunde kommen neue Fälle hinzu. Innerhalb von elf Tagen werden es 90-mal so viele Fälle“.

Wenn sich das Virus in dieser Geschwindigkeit weiterverbreitet, könnten theoretisch schon in weniger als drei Wochen alle 260.000 Einwohner des Hochsauerlandkreises befallen sein. Und wenn nur 1 Prozent davon im Krankenhaus behandelt werden müsste,wäre das schon eine riesige Katastrophe.

Anzeige

Natürlich ist dies eine theoretische Rechnung, aber es zeigt mit welcher Geschwindigkeit wir es zu tun haben“, deswegen appelliert Liese dringendst an alle, die Gefahr nicht zu unterschätzen.

Gleichzeitig macht der Mediziner Hoffnung. In der chinesischen Stadt Wuhan ist die Ausbreitung des Virus gestoppt worden. Am Donnerstag meldete Wuhan null neue Infektion.

Dafür muss aber wirklich jeder mitmachen, so Liese: „Abstand halten, Hände waschen und so weiter“, so Liese. Der gelernte Arzt betonte noch mal, dass es für alle, die nicht in Quarantäne sind, nicht erforderlich ist, in den eigenen vier Wänden zu bleiben. „Wir haben in unserer Region den großen Vorteil, dass die meisten Menschen, wenn sie das Haus verlassen, nicht unbedingt mit anderen in Kontakt kommen. Man kann, wenn nicht die Gefahr besteht anderen zu nahe zu kommen, durchaus spazieren gehen, Fahrradfahren oder wandern und man kann mit seinen eigenen Kindern, mit denen man ohnehin zusammenlebt, auch im Freien spielen. Man muss aber auf Distanz zu allen anderen gehen“, betonte Liese.

Liese bedankte ich bei Pflegern, Ärzten und anderen, die sich um Kranke kümmern. „Aber wir werden auch mit jeder Woche, die wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen können, bessere Therapie bekommen. Die Europäische Arzneimittelagentur koordiniert die Heilversuche, die überall in Europa stattfinden und natürlich arbeiten wir mit Hochdruck an einem Impfstoff“, so Liese abschließend.

Anzeige
AGB Impressum Datenschutz Kontakt
close
In die Zwischenablage Instagram Whatsapp E-Mail