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Foto: Pixabay (Symbolfoto)
NR-Land

Arbeitslosenzahlen schnellen weiter nach oben

Sonntag, 5. Juli 2020 von Franz Purucker

Entgegen dem sonst üblichen Saisontrend, dass im Frühjahr und Sommer die Arbeitslosenzahlen sinken, gehen diese aktuell weiter nach oben. Das zeigen die Zahlen der Agentur für Arbeit Paderborn. Demnach sind im Juni zwei Prozent mehr Arbeitslose zu vermelden als im Mai zuvor.

Am stärksten betroffen ist Delbrück mit einem Plus von 22 Arbeitssuchenden (+2,7 Prozent) auf 830. Salzkotten meldet 595 (+2,1 Prozent), Büren 666 (+2 Prozent) und Bad Wünnenberg 255 (+1,2 Prozent).

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Wie schwierig die Lage ist, zeigt sich beim Vergleich zum Vorjahr: Im gesamten Kreis gibt es knapp 34 Prozent mehr Arbeitssuchende – in Büren sind es 40,6 Prozent mehr, in Delbrück 37,4 Prozent, in Salzkotten 37,7 Prozent und in Bad Wünnenberg 35,6 Prozent.

Rüdiger Matisz, Leiter der Agentur für Arbeit Paderborn, ist optimistisch: „Erfreulich ist, dass die Zahl der Insolvenzen nicht größer geworden ist als im Vorjahr. Damit besteht zumindest die Chance, bei weiterer Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen die Wirtschaft schnell wieder hochfahren zu können. Wir garantieren, dass sich alle Betroffenen auf die schnelle und pünktliche Auszahlung ihres Arbeitslosengeldes oder des Kurzarbeitergeldes verlassen können.“

Statistik über die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Paderborn
Arbeitslosenstatistik für den Kreis Paderborn. Grafik: Agentur für Arbeit

Die meisten Betroffenen fallen laut Statistik zunächst ins Arbeitslosengeld I – bekommen in der Regel für ein Jahr – in besonderen Fällen für zwei Jahre – die Lohnersatzleistung der Agentur für Arbeit in Höhe von 60 Prozent (mit Kindern: 67 Prozent) ihres vorherigen Nettogehaltes bezahlt. Erst wenn danach keine Beschäftigung gefunden wird, muss Hartz IV (Arbeitslosengeld II) beantragt werden.

Rüdiger Matisz wendet sich auch mit einem Appell an die Unternehmen: „Es muss jetzt das Ziel seien, passende Mitarbeiter durch Ausbildung und Qualifizierung an das eigene Unternehmen zu binden. Fachkräftemangel und demografischer Wandel werden langfristig noch schwerer ins Gewicht fallen als der zeitlich begrenzte Effekt durch Corona.“

Im Vergleich zum restlichen OWL steht der Kreis Paderborn mit einer Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent am besten da, gefolgt von Herford (6,3 Prozent), Bielefeld (6,7 Prozent) und Detmold (6,8 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent.

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