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Ein Jugendlicher schaut sich einen Porno an.
Foto: Shutterstock (Symbolfoto)
Immer jünger kommen Kinder und Jugendliche mit Pornografie in Kontakt. Dies beschäftigte nun auch den Arbeitskreis „sexuelle Gewalt gegen Kinder“ im Kreis Paderborn.
Kreis Paderborn

Arbeitskreis diskutiert über Auswirkungen von Pornografie auf Jugendliche

Sonntag, 4. April 2021 von NR Redaktion

Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung sind Kinder und Jugendliche alltäglich gewalthaltiger Pornografie im Internet ausgesetzt. Mit dem ersten Smartphone machen die Heranwachsenden oft auch die ersten Erfahrungen damit.

Diese erschreckenden Ergebnisse wurden nun im Arbeitskreis „Sexuelle Gewalt gegen Kinder“ im Kreis Paderborn vorgestellt, wo mehrere Fachleute darüber diskutierten.

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In einer Studie gab die Hälfte der befragten Studenten an, Pornografie vor dem 13. Lebensjahr konsumiert zu haben. 84 Prozent der Studenten und 19 Prozent der Studentinnen konsumieren diese einmal bis mehrmals wöchentlich.

Kirsten Zünkler (l.) von der Schulberatungsstelle Paderborn und Sonja Hillebrand, Präventionsfachkraft Evangelischer Kirchenkreis Paderborn, moderierten die Veranstaltung.
Foto: AK Sexuelle Gewalt gegen Kinder

Kinder werden schon ab dem Grundschulalter zum Teil traumatisiert, da sie von der Bilderflut überwältigt werden. Gesellschaft und Politik müssen Verantwortung übernehmen und Kinder und Jugendliche schützen.
Auch die Kreispolizeibehörde beschäftigt sich regelmäßig damit, wie deren Leiter Landrat Christoph Rüther verdeutlichte.

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In den letzten Jahren wurden Straftaten mit erheblichem Ermittlungsumfang verzeichnet, bei denen Kinder und Jugendliche Daten via Smartphone verbreitet hatten. Ihren Ursprung hatten die Sachverhalte vorwiegend auch im schulischen Umfeld. „Kinder und Jugendliche sind oftmals sorglos und unbeschwert. Deshalb erkennen sie Gefahren vielleicht nicht. Umso größer ist die Verantwortung von uns allen, von uns Erwachsenen!“, mahnte Rüther.

„Der frühe und regelmäßige Pornokonsum beeinflusst die Persönlichkeitsentwicklung und die Beziehungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen, es prägt ihre Sicht auf Beziehungen und Sexualität und fördert die Zunahme von sexueller Gewalt. In der Prävention muss dieser Erkenntnis ein angemessener Rahmen zur Verfügung stehen“, gab Sonja Hillebrand, Präventionsfachkraft im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn, zu bedenken.

„Besonders berührt haben mich Schilderungen von jungen Männern, die nach exzessivem Pornokonsum Frauen nur nach ihrer Funktionalität betrachten“, berichtet Kirsten Zünkler von der Schulberatungsstelle Paderborn.

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