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Foto: Amelie Purucker
NR-Redakteur Franz Purucker testete die App Tronity beim firmeneigenen Renault ZOE und konnte damit Verbrauch und Ladekosten genau ermitteln. Nur an der Zuverlässigkeit der Daten hapert es, was aber wohl nicht an der App liegt.
NR-Land

App zeigt den wahren Verbrauch eines jeden Elektroautos: Die NR hat sie getestet

Freitag, 26. November 2021 von Franz Purucker

Zwischen den Reichweitenangaben des Herstellers und der Realität liegen auch bei Elektroautos manchmal Welten.
Der Grund ist der gleiche wie beim Verbrenner: Der Verbrauch ist maßgeblich vom eigenen Fahrstil abhängig. Wer kräftiger aufs Pedal drückt, verbraucht mehr Energie. Beim Elektroauto fällt dieser höhere Verbrauch aber stärker auf, weil die Akkureichweiten geringer sind als bei einer Tankfüllung.

Außerdem spielen bei Elektrofahrzeugen die Außentemperatur und teilweise die Klimaanlage eine wichtigere Rolle.
Um den echten Verbrauch zu ermitteln, haben Informatiker die App Tronity programmiert.

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Die Software nutzt die Daten, die das Fahrzeug selbst zur Verfügung stellt – beispielsweise den Akku- und Kilometerstand, um damit den Verbrauch und die CO2-Ersparnis auszurechnen. „Wir fahren selbst verschiedene Elektroautos und wollten wissen, welcher Wagen am sparsamsten ist“, erklärt Sebastian Netuschil die Beweggründe für die App.

Angefangen hat alles mit VW, BMW und Tesla – den Fahrzeugen der Gründer – inzwischen werden fast alle Modelle auf dem Markt unterstützt.

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Die NR-Redaktion testete die App am firmeneigenen Renault ZOE. Die Vielzahl der Messergebnisse ist überwältigend: Das System zeigt Ladevorgänge und die dadurch entstandenen Kosten an, schlüsselt für jede Fahrt den Verbrauch auf, zeigt, wie warm es zu diesem Zeitpunkt war (zeigt wie Reichweite und Wetter zusammenhängen), und schreibt ein Fahrtenbuch, welches entweder finanzamtkonform als PDF ausgegeben oder auch tageweise als übersichtlicher Kalender dargestellt wird.

Nicht immer sind die Ergebnisse aber ganz zuverlässig, an einigen Stellen fehlen im Test leider Fahrten. „Die Daten von Renault haben leider immer Mal wieder Aussetzer. Wir sind aber von den Daten abhängig, die uns der Hersteller liefert“, erklärt Netuschil weiter. Diese Erfahrung kann die NR-Redaktion bestätigen: Auch die Renault-eigene App ist immer wieder zeitweise nicht erreichbar. Mit anderen Autos laufe das System sehr viel zuverlässiger, so der Entwickler.
Fahrtenbuch, dass automatisch entsteht

Einige Autohersteller liefern zudem noch mehr Daten, die sich über Tronity auslesen lassen, etwa ob die Klimaanlage eingeschaltet war, die Temperatur im Innenraum, wo Steigungen gefahren wurden und zu welchem Zeitpunkt während der Fahrt besonders viel Strom verbraucht wurde.

Im internen Wettstreit des sparsamsten Elektroautos hat unter den Tronity-Gründern übrigens der Tesla Model 3 als sparsamster Wagen gewonnen.

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Die meisten Features in der App gehen auf Vorschläge der Community im Internet zurück, beispielsweise die Teamfunktion: „Damit können Nutzer untereinander ihre Daten vergleichen, um beispielsweise herauszufinden, wer in der Firma am sparsamsten fährt“.

Auch das Fahrtenbuch wird anhand des ausgelesenen Kilometerstandes und der Fahrzeugposition automatisch ermittelt. Der Nutzer muss dann nur noch auswählen, ob es sich bei seinen Fahrten um den Arbeitsweg, um Privat- oder um Dienstfahrten handelt. Da sich die Daten nur eine gewisse Zeit editieren lassen, wird das Fahrtenbuch auch vom Finanzamt anerkannt.

Zunächst war die App eher ein Hobby, inzwischen steht dahinter ein eigenes Start-up-Unternehmen. Um Geld zu verdienen, müssen Nutzer nach dem zweiwöchigen Test-Zeitraum dafür 3,99 Euro pro Monat bezahlen, mit Fahrtenbuch sind es 8,98 Euro. Die Programmierer betonen aber: „Die Daten sind auf deutschen Servern gespeichert und werden nicht weiterverkauft“, so Mitbegründer Torsten Born.

Leser von NRplus können die App vier statt zwei Wochen kostenlos testen, wenn die Anmeldung über diesen Link erfolgt: https://app.tronity.io/signup/RGNc6MH8N

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Transparenzhinweis: Der Redaktion wurde die App kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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