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Mann mit Polizeikelle stoppt Autofahrer
Foto: Tim Reckmann

Anwohner rufen wegen Ruhestörung die Polizei, die bei den getunten Autos genauer hinsieht

Montag, 10. August 2020 von NR Redaktion

Anwohner hatten sich im Laufe des Freitagabends, 7. August, und in der Nachtüber Ruhestörungen durch laute Autogeräusche am Pohlweg und an der Detmolder Straße in Paderborn beschwert. Die Polizei kam vor Ort und hat sich 30 Autos mit einem externen Gutachter genauer angesehen. 

Am Pohlweg waren rund 250 Pkw und wenige Motorräder sowie deren Fahrer und einige Zuschauer zusammengekommen. Ein Radarwagen der Stadt Paderborn stand wechselweise auf dem Paderwall, am Ludwigsfelder Ring oder auf der Detmolder Straße.

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Etwa 120 Geschwindigkeitsverstöße registrierte das Messgerät – meistens wurden „normale“ Fahrzeuge gemessen aber auch einige augenscheinlich getunte Fahrzeuge waren darunter.

Bereits um 19:30 Uhr stoppten die Einsatzkräfte einen 24-jährigen BMW-Fahrer auf der Friedrichstraße. Die Fahrwerkshöhe des 3ers stimmte nicht mit den Eintragungen in den Fahrzeugpapieren überein und die Bereifung schleifte an der Karosserie. Der verkehrsunsichere Wagen wurde sichergestellt und ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

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Bei Kontrollen am Pohlweg wurden sieben weitere Pkw sichergestellt, abgeschleppt und entsprechende Bußgeldverfahren eingeleitet. Die Fahrzeuge waren laut Polizei und dem eingesetzten Sachverständigen als verkehrsunsicher einzustufen, weil keine ausreichende Bodenfreiheit gegeben war und/oder deutlich überschrittene Schallpegelwerte gemessen wurden, so dass der Verdacht nachträglicher Veränderungen bestand und die Betriebserlaubnis erloschen ist.

Teilweise lagen die Dezibel-Werte der Vortests am Einsatzort zweistellig über den laut Zulassungsbescheinigung erlaubten Pegeln. Die Autos waren aufgefallen, weil sie vom Südring bis zur Parkplatzzufahrt mit aufheulenden Motoren stark beschleunigt worden waren.

Etwa um 23:00 Uhr verlagerte sich die Szene vom Pohlweg zur Detmolder Straße. Ein Großteil der etwa 250 Teilnehmer fuhr über den Ludwigsfelder Ring zur Detmolder Straße vorbei am Radarwagen. Sieben geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden gemessen. Da die Stadt Paderborn in Abstimmung mit den Eigentümern viele Parkplätze an der Detmolder Straße mit Absperrgittern abgeriegelt hatte, konnten nur wenige Plätze genutzt werden.

Gegen 01:15 Uhr bemerkte eine Zivilstreife einen stadteinwärts fahrenden 3er-BMW-Fahrer auf der Bahnhofstraße. Trotz roter Ampel an der Einmündung Florianstraße fuhr der Wagen mit augenscheinlich erhöhter Geschwindigkeit links an einer haltenden Fahrzeugschlange vorbei und missachtete das Rotlicht. Die Polizisten stoppten den 22-jährigen Fahrer. Ihn erwartet ein Bußgeld über 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

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Insgesamt leitete die Polizei im Zuge des Einsatzes 14 Bußgeldverfahren ein. Elf Verstöße, beispielsweise gegen die Gurtpflicht oder wegen Beleuchtungsmängeln, wurden mit Verwarnungsgeldern geahndet.

Am Montagnachmittag gingen die Prüfungsergebnisse der Sachverständigen zu den sichergestellten Fahrzeugen beim Verkehrskommissariat ein. Demnach hatten alle acht Autos erhebliche Mängel und wurden stillgelegt.

Häufigster Mangel: die Fahrzeuge sind gefährlich tiefer „geschraubt“ als zulässig. Drei Fahrzeuge haben veränderte Abgasanlagen, die enorme und damit unzulässige Geräuschpegel erreichen – teils zweistellig über den zugelassenen Werten. Die HU-Plaketten wurden von den acht Auto-Kennzeichen entfernt.

In dem jetzigen Zustand dürfen die Wagen nicht gefahren werden, weil die Betriebserlaubnisse aufgrund der Mängel erloschen sind. Nahezu alle Betroffenen hatten bei den Kontrollen versichert, ihre Autos seien vorschriftsmäßig, alle Veränderungen seien eingetragen oder es lägen Gutachten vor.

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Einer der betroffenen Autobesitzer hatte am Freitagabend noch felsenfest behauptet, sein Auto wäre frisch TÜV abgenommen. Bei der Prüfstelle war das Auto tatsächlich, denn der Prüfbericht lag vor – allerdings mit erheblichen Mängeln weil das Fahrwerk zu tief gelegt worden war.

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