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Foto: Franz Purucker
Tempokontrolle auf der B1 zwischen Salzkotten und Geseke - einer unfallträchtigen „Worst Roads“. Künftig kann die Polizeibehörde Paderborn noch öfter Blitzen.
Thema der Woche

An diesen Stellen will die Polizei nun öfter blitzen

Freitag, 18. März 2022 von Franz Purucker

Insgesamt gab es im Vergleich zu 2020 im vergangenen Jahr wieder mehr Unfälle, was jedoch mit mehr Verkehr nach den Lockdowns zusammenhängt.

Auffällig sind steigende Zahlen bei Unfällen mit Radfahrern. In knapp der Hälfte der Fälle (48,3 Prozent) im Kreis Paderborn kam es zu Zusammenstößen zwischen Kraftfahrzeugen und Fahrrädern. „Das ist ein Thema, wo wir unbedingt drauf schauen müssen“, so Gellusch. 

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In 43 Prozent der Fälle handelte es sich um Alleinunfälle, was auch mit dem E-Bike-Boom zu tun hat. „Wer vorher höchstens 13 oder 14 Stundenkilometer gefahren ist, kann mit seinem E-Bike nun aus dem Stand 25 Stundenkilometer fahren. Das beeinflusst massiv das Fahrverhalten“, so Gellusch. Die Häufigkeit der Fahrradunfälle im Kreis Paderborn steigt mit dem Alter. Die meisten Unfälle gab es bei den Über-60-Jährigen und dabei in zwei Drittel der Fälle mit E-Bikes.

Zwei von drei Fahrerfluchten aufgeklärt

Hinzu kommt die Problematik, das Radfahrer am wenigsten geschützt sind. „Jeder dritte Schwerverletzte ist ein Radfahrer“, so die traurige Bilanz. Die Kreispolizeibehörde will in Zukunft verstärkt Rad fahrende Polizeibeamte einsetzen.

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Etwas zurückgegangen ist die Zahl der Fahrerfluchten nach Verkehrsunfällen – immerhin stehen im Kreis Soest 1.657 Fälle und im Kreis Paderborn 1.617 Taten in der Statistik. „Völlig unnötig, denn dafür zahlen wir alle unsere Beiträge“, so Gellusch der noch mal deutlich macht, dass die Polizei ab einer Schadenshöhe von 1.500 Euro sofort den Führerschein einzieht. „Das ist bei den neuen Fahrzeugen mit eingelassenen Parksensoren sehr schnell erreicht“, so der Beamte. Immerhin: Knapp die Hälfte der Fahrerfluchten in den Kreisen Paderborn und Soest wurden aufgeklärt.

Problematisch bleiben zwei Deliktfelder: Drogendelikte wurden im Kreis Paderborn 325 Mal (+12 Prozent) und im Kreis Soest 197 Mal geahndet, Alkohol im Kreis Paderborn 307 Mal (+ 4 Prozent) und 199 Mal im Kreis Soest. „Das sind klassische Kontrolldelikte, wo wir weiterhin verstärkt tätig sein werden“, so Gellusch. Die Beamten wurden in diesem Bereich verstärkt geschult. 

Für Radfahrer enden Zusammenstöße mit Fahrzeugen oft mit schweren manchmal sogar tödlichen Verletzungen. Die Aufnahme entstand an einer Kreuzung in Paderborn. Foto: Polizei Paderborn

Auch Holger Rehbock von der Kreispolizeibehörde Soest sagt: „Das ist für uns ein Thema, dass wir weiterhin verstärkt angehen werden.“

Im Kreis Soest spielten Alkohol oder Drogen in 126 Unfällen eine Rolle. Eine solche Straftat zieht eine Geld- oder Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren nach sich. In der Regel wird die Fahrerlaubnis entzogen und erst nach bestandener medizinisch-psychologischer Untersuchung wiedererteilt. 

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Der Unfallgegner kann Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangen. Viele Versicherungen kürzen die Zahlung oder verweigern diese ganz, wenn Alkohol oder Drogen eine Rolle spielten.

Auch die Nutzung elektronischer Geräte am Steuer hat mit 2.381 Fällen (+12 Prozent) zugenommen. Meistens handelt es sich um Fahrer, die am Steuer ihr Mobiltelefon bedient haben. „Auch das Einstellen des Navis während der Fahrt ist verboten“, so der Polizeibeamte: „Mit einem Knopfdruck den Sender am Autoradio zu verstellen oder die Sprachsteuerung zu nutzen, ist in Ordnung, mehr aber nicht.“

Bei Unfällen mit Personenschäden wird grundsätzlich auch das Handy untersucht, ob beispielsweise während der Fahrt Whatsapp-Nachrichten geschrieben worden sind.

Noch in diesem Jahr wird im Kreis Paderborn ein neues Aufnahmeteam für Verkehrsunfälle seine Arbeit aufnehmen. „Wir haben Technik für mehrere Zehntausend Euro beschafft, um Fahrzeugelektronik und Datenspeicher auszulesen“, so der Polizist.

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Verschärft im Blick behält die Paderborner Polizei auch illegale Straßenrennen, die im vergangenen Jahr mit 50 Fällen im Kreisgebiet und 39 in der Stadt Paderborn einen neuen traurigen Rekord erreichten. Im Kreis Soest spielt diese Deliktart wiederum kaum eine Rolle.

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