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Foto: Franz Purucker
Tempokontrolle auf der B1 zwischen Salzkotten und Geseke - einer unfallträchtigen „Worst Roads“. Künftig kann die Polizeibehörde Paderborn noch öfter Blitzen.
Thema der Woche

An diesen Stellen will die Polizei nun öfter blitzen

Freitag, 18. März 2022 von Franz Purucker

22.155 Mal erhielten Verkehrsteilnehmer im Kreis Paderborn im vergangenen Jahr Post, weil sie zu schnell unterwegs waren, im Kreis Soest 32.693 Mal. Je schneller Sie unterwegs sind, desto größer ist der Schaden“, erklärt Jan Gellusch, Direktionsleiter Verkehr bei der Paderborner Polizei. Die schwersten Unfälle ereigneten sich deshalb außerorts, wo die Polizei nun noch öfter kontrollieren will. Außerdem nehmen illegale Autorennen, Alkohol und Drogen sowie Ablenkung durch Handys weiter zu.

Bei 948 Unfällen im Paderborner Kreisgebiet gab es im vergangenen Jahr Verletzte oder gar Tote. Insgesamt sind zwölf Verkehrstote zu beklagen, darunter drei in Salzkotten und zwei in Bad Wünnenberg. Am 8. August kommt ein 21-Jähriger mit seinem Wagen auf der Verner Straße in Salzkotten von der Straße ab, gerät ins Schleudern und fährt vor einen Baum. Für ihn und den 26-jährigen Beifahrer kommt jede Hilfe zu spät.

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Am 17. September stirbt ein 72-jähriger Pedelec-Fahrer auf der L636 in Salzkotten, als er von einem Auto erfasst wird, dass auf die Gegenfahrbahn geraten ist.

In Bad Wünnenberg kommt ein 31-Jähriger zu Tode, als er am 4. Dezember mit seinem Auto von der Fahrbahn abkommt und gegen einen Baum knallt. Auch der 27-jährige Beifahrer überlebt den Unfall nicht.

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Auffällig: Acht der zwölf Verkehrstoten im Kreis Paderborn kamen außerorts ums Leben. Der Hauptgrund: „Außerorts wird deutlich schneller gefahren“, so Jan Gellusch: Ob ein Fahrer dabei zu Tode kommt, hängt oft von den Begleitumständen ab: „Trifft der Baum das Fahrzeug seitlich, haben die Fahrer oft keine Chance“, so der Polizeirat. 

Besonders im Fokus der Beamten stehen junge Erwachsene bis 25 Jahre: Sie sind sowohl im Kreis Paderborn als auch im Kreis Soest an jedem fünften Unfall beteiligt, obwohl sie nur rund ein Zehntel der Gesamtbevölkerung ausmachen. 

Senioren wiederum sind zwar an zwölf Prozent der Unfälle beteiligt, machen aber nur 18 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

„Jeder Verkehrstote ist einer zu viel“, so Gellusch weiter. Die Beamten wollen deshalb verstärkt gegen Raser vorgehen und beschäftigen seit diesem Jahr drei statt vorher zwei Regierungsbeschäftigte, die die zwei Radarwagen im Kreis Paderborn bedienen. Der Kreis Soest setzt bei der Überwachung verstärkt auf seine Motorradstaffel, die aus drei BMW GS 650 mit Videoüberwachungssystem besteht. Motorradunfälle sind seit einigen Jahren ein Unfallschwerpunkt im Kreis Soest.

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In Sachen Tempokontrolle weist die Polizei den Vorwurf der „Abzocke“ und „Wegelagerei“ ganz klar von sich. Gemessen wird demnach vor allem an Unfallschwerpunkten, die die Polizei „Worst Roads“ (deutsch: schlechte Straßen) nennt.

Wo diese Streckenabschnitte in Büren, Geseke, Salzkotten und Bad Wünnenberg sind, wie viele dabei zu Schaden kamen, welche gravierenden Folgen Unfallflucht hat und warum die Beamten nun noch besser ermitteln können, ob Ablenkungen durch das Handy eine Rolle spielten, lesen Sie im „Thema der Woche“ auf der nächsten Seite.

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