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Foto: Regina Brucksch
Die Allgemeinmediziner und Investoren Johannes-Joachim Fahl und Oliver Schulte (Mitte v.l.) planen mit (v.l.) Volkbank-Vorstand Andreas Tack, Stefan Sudhoff und Hans-Jörg Niederprüm vom Kirchenvorstand sowie den Kommunalpolitikern Hans-Theo Sasse und Stefan Kersting ein großes Gemeinschaftsprojekt für Westenholz.
Delbrück

Ärztehaus auf Kirchenland sichert Versorgung in Westenholz

Donnerstag, 24. September 2020 von Regina Brucksch

In Westenholz, dem größten Ortsteil von Delbrück, ist Ärztemangel auf dem Land kein Thema. Die Allgemeinmediziner Johannes-Joachim Fahl und Oliver Schulte haben von der Katholischen Kirchengemeinde St. Joseph in bester Lage ein Grundstück gekauft.

Auf dem Platz hinter dem Kolpinghaus sollen noch in diesem Jahr die Bauarbeiten für ihr inhabergeführtes Ärztehaus beginnen. „Anfang Oktober 2021 planen wir den Umzug unserer Gemeinschaftspraxis in den großen, modernen Gebäudekomplex. Wir müssen aktiv werden, um die Nachfolge zu regeln und somit die Versorgung zu sichern“, erläutern sie die schwierigen Strukturen am Malvenweg.

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Die Praxisräume, ursprünglich für einen Arzt ausgerichtet, seien einfach zu klein und die Parksituation so nicht mehr zu verantworten. „Wir bieten ideale Voraussetzungen für den Einstieg einer weiteren Kollegin oder eines weiteren Kollegen. Bis zu meinem Ausstieg können wir mehrere Jahre zu dritt praktizieren“, kündigt Fahl einen fließenden Übergang an.

Das 1.600 Quadratmeter große Areal befindet sich auf dem nördlichen Teil des Platzes. Direkt hinter dem Kolpinghaus verbleibt ein größerer Streifen für die Gemeinde. Unter dem Dach von zwei Vollgeschossen und einen Staffelgeschoss werden zudem sechs barrierefreie Wohnungen errichtet. „Die haben wir quasi schon vermietet“, berichten die beiden Investoren von Anfragenihrer Patienten.

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Von dem Interesse der Ärzte, neue Praxisräume zu schaffen, erfuhren die Westenholzer Vertreter im Bauausschuss und im Stadtrat Michael Kersting (SPD) und Hans-Theo Sasse (fraktionslos). Sie koordinierten die Gespräche zwischen den Investoren und den Verantwortlichen im Kirchenvorstand. Hans-Jörg Niederprüm und Stefan Sudhoff bestätigen: „Die Gemeinde als Grundstückseigentümerin hat ausnahmsweise zugestimmt, weil die Nutzung am Gemeinwohl orientiert ist und der Sicherung der dörflichen Infrastruktur dient. Für reine Wohnbaufläche hätten wir nicht verkauft.“

Partner des Gemeinschaftsprojekts ist die örtliche Volksbank. „Wir freuen uns auf das moderne Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft“, erklärt Vorstand Andreas Tack. Die Beteiligten sind sich einig, dass durch das neue Angebot die Anziehungskraft von Westenholz in den Nachbarorten und den Nachbarkreisen noch steigen wird.

Schulte und Fahl haben bereits an vielen Details gefeilt. Parkchaos wird es nicht geben. Die Zuwegung der Praxis erfolgt über die Straße „Zum Kolpinghaus“ und die Zuwegung der Wohnungen über die Imadstraße. Die Praxis wird unterkellert. Die Themen Energieersparnis und Nachhaltigkeit spiegeln sich in einer Pelletsheizung und einer Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher sowie Wallboxen für Mieter und Praxisvertreter zum Laden von Elektroautos wieder.

Die neue Gemeinschaftspraxis wird eine gut ausgestattete Infrastruktur zum Andockendes Notarztfahrzeugs bekommen. Die Mediziner sind ärztliche Leiter des Notarztstandorts und erstellen die Einsatzpläne. Wenn für die Zentralwache in Delbrück keine Besetzung aufzutreiben ist, wird der Krankenwagen in Westenholz stationiert.

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