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Fahrraddemo in Salzkotten
Foto: Scherf
Zur Fahrrademo in Salzkotten am 12. September nahmen rund 100 Radfahrer teil.
Thema der Woche

ADFC sieht erheblichen Nachbesserungsbedarf bei regionalen Fahrrad-Pendlerstrecken

Samstag, 27. März 2021 von Franz Purucker

Das NR-Land ist für seine touristischen Fahrradrouten durch das Paderborner Land bekannt – etwa entlang der Alme oder die westfälische Salzroute von Unna über Geseke nach Salzkotten.
„Aber mit dem Fahrrad zur Arbeit? Schwierig!“, sagt Elmar Spellerberg, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) im Kreis Paderborn.

Alle zwei Jahre führt der ADFC einen sogenannten Klimatest durch. Radfahrer sind aufgerufen, ihrer eigenen Stadt Schulnoten zu geben. Geseke wird darin mit 3,9 bewertet, Salzkotten mit 4,0. In Büren und Bad Wünnenberg haben zuwenig Radfahrer sich an der Umfrage beteiligt, sodass keine Noten veröffentlicht wurden.

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„Insgesamt haben es Städte in ländlichen Regionen schwer. Der Fokus liegt dort sehr oft auf dem Autoverkehr“, so Elmar Spellerberg, der mit seinem E-Bike oft im Paderborner Umland unterwegs ist: Vor allem Büren und Bad Wünnenberg hätten es angesichts der vielen Berge nicht leicht bei der Radwegeplanung. In Salzkotten erschwere die B1 den Radwegebau.

Schwächen sieht der Klimatest in Salzkotten bei der Breite der Radwege und dem Fehlen eines öffentlichen Fahrradverleihsystems. Außerdem wünschen sich die Bürger, dass Falschparker auf Radwegen stärker geahndet werden.

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Besonders in der Kritik steht die Lange Straße, die sich durch die Kernstadt zieht. „Da stehen immer wieder Autos auf dem Radweg, weil sie beim Bäcker schnell ein Brötchen holen wollen“, so Radfahrer Hendrik Schlune, der sich seit Jahren für besseren Radverkehr in der Sälzerstadt einsetzt und vor zwei Jahren auch einige Bürgeranfragen dazu auf den Weg gebracht hat.

Positiv wird in Salzkotten die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums, die Wegweisung für Radfahrer und das zügige Radfahren bewertet.

Ähnlich fällt das Urteil in Geseke aus: Während das Lob identisch ist, gibt es neben dem Fehlen öffentlicher Fahrräder und mehr Falschparkerkontrollen, Kritik an der Baustellenführung.

Doch bei den Städten tut sich etwas: So wird an einem überregionalen „Radnetz OWL“ gearbeitet. „Unser Ziel ist es, dass Pendler mit dem Rad zur Arbeit in die Nachbarkommune fahren können“, so Michael Rüngeler vom Straßenverkehrsamt im Kreis Paderborn. Während einige Städte im Kreis noch zurückhaltend sind, lobt Rüngler die Stadtverwaltungen von Salzkotten und Delbrück explizit.

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Von Geseke über Salzkotten nach Paderborn befindet sich auch einer der Radwege in OWL, von der sich die Planer das meiste Potenzial versprechen.

Wo im NR-Land das Radnetz OWL entlanggeführt werden soll, welche Maßnahmen dafür umgesetzt werden müssen und wann die ersten Bagger rollen sollen, haben wir in einem separaten Artikel zusammengefasst.

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