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Eine ältere Person am Stricken.
Foto: Pixabay (Symbolfoto)
Viele Senioren erhalten für längere Zeit keinen Besuch.
NR-Land

Absolutes Besuchsverbot für Pflegeheime im Kreis Paderborn erlassen

Dienstag, 31. März 2020 von NR Redaktion

Das Sozialamt des Kreises Paderborn geht wegen der voranschreitenden Corona-Pandemie einen harten Schritt und verbietet sämtliche Besuche. Es gilt ab sofort ein  Betretungsverbot für alle Besucher uns sogar einige Pfleger.

„Wir reagieren damit auf die  sich verschärfende Gefährdungslage und der im Umgang mit den bestehenden Regelungen gewonnenen Erkenntnisse“, erklärt Günther Agethen, Leiter Sozialamt des Kreises Paderborn. Oberstes Ziel sei es, Leib und Leben der Patienten sowie des Personals zu schützen.

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Mit den neuen Regelungen geht der Kreis Paderborn deutlich über die Vorgaben des Landes NRW hinaus. Ältere Personen in Pflegeeinrichtungen sind besonders gefährdet, da sie zum größten Teil unter Vorerkrankungen leiden.

Landrat Manfred Müller stellt klar: „Die Bewohner sind nicht zum Skiurlaub nach Ischgl gefahren. Sie können also in der Regel nicht Verursacher von Infektionen in Einrichtungen sein, sondern COVID-19 kann nur von außen durch Besucher oder das Pflegepersonal in die Einrichtungen eingetragen werden. Davor gilt es sie zu schützen“

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Nach der bisherigen Regelung durften Rückkehrer aus Risikoregionen sowie direkte Kontaktpersonen von Infizierten keine Pflegeeinrichtungen betreten. Auch für andere Personen war das Besuchsrecht deutlich eingeschränkt. Ab sofort gilt ein vollständiges Betretungs- und Besuchsverbot für Besucher. Jeder persönliche Kontakt zu Bewohnern außerhalb des pflegerisch und medizinisch Notwendigen ist untersagt.

Der Kreis reagiert damit auf Informationen, dass einzelne Einrichtungen in der letzten Woche zwar das Betretungs-, nicht aber das Besuchsverbot konsequent umgesetzt haben. „Bewohner sind zum Beispiel mit ihren Besuchern spazieren gegangen. Dies führt natürlich den Grundgedanken der Verfügung, den Schutz der Bewohner vor Ansteckung von außen, ad absurdum.“, erklärt Agethen.

Der Kreis unterstreicht aber auch, dass sich diese Informationen nicht auf die beiden Einrichtungen beziehen, in denen zurzeit Corona-Infektionen vorliegen. „Wir haben überhaupt keinen Anlass zu glauben, dass in diesen beiden Einrichtungen auf irgendwelche Weise falsch oder nachlässig gehandelt wurde“, unterstreicht der für die Heimaufsicht zuständige Amtsleiter.

Weiterhin dehnt die neue Verfügung des Kreises das Betretungsverbot für Urlaubsrückkehrer weiter aus. Fielen bisher nur Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten unter die Verordnung, dürfen nun alle Urlaubsrückkehrer aus dem Ausland für sieben Tage keine Pflegeeinrichtungen betreten. Dies gilt auch für das Pflegepersonal.

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Eine weitere Verschärfung betrifft die Schutzausrüstung. Ab sofort muss das gesamte Personal in den Einrichtungen mindestens eine einfache Mund-Nasenschutzmaske tragen. „Im Kontakt mit einem nachweislich Infizierten müssen die Pflegekräfte eine volle Schutzausrüstung nach RKI-Richtlinien tragen. Zur Risikominimierung reicht für alle nicht nachweislich Infizierten eine einfache Maske, wie sie jetzt auch von Ehrenamtlichen und Vereinen hergestellt werden“, erklärt Dr. Constanze Kuhnert, stellvertretende Leiterin des Kreisgesundheitsamtes.

„Für die Angehörigen und die Bewohner selbst ist es belastend, sich nicht sehen zu können, besonders jetzt“, so Landrat Manfred Müller.

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