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Foto: FCJM
Ordensgründerin Mutter M.Clara Pfänder.
Salzkotten

160 Jahre Franziskanerinnen: Als Mutter Clara eine Geheimvollmacht erwirkte

Sonntag, 8. November 2020 von Heike Tebbe

Am 30. Oktober hat sich zum 160. Mal der Gründungstag der Franziskanerinnen Salzkotten gejährt. An diesem Tag des Jahres 1860 bestätigte der damalige Bischof Konrad Martin von Paderborn die Konstitutionen der „Kongregation der Schwestern des heiligen Franziskus, Töchter der heiligen Herzen Jesu und Mariä“, später geändert zu „Franziskanerinnen“. Für die lateinische Übersetzung steht das Ordenskürzel FCJM. Das Jubiläum ist Anlass für einen Blick in die Geschichte.

Eigentlich sollte es zu diesem Jubiläum einen Vortragsabend und einen Tag der offenen Tür für die Öffentlichkeit geben. Wie dieser Tage so vieles, wurde auch diese Planung aufgrund der Coronavirus-Pandemie geändert, und die Schwestern haben das Jubiläum der Gründung ihrer Gemeinschaft ohne öffentliche Veranstaltungen gefeiert. 

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Es ist ein Jubiläum, das nicht nur in Salzkotten begangen wird, sondern an allen Orten, an denen heute Schwestern der Kongregation FCJM leben: in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, den USA, in Indonesien, Brasilien, Rumänien, Malawi/Ostafrika, Ost-Timor sowie im Generalat in Rom. 

Während in Europa und den USA die Zahl der Schwestern deutlich zurückgeht, wächst die Gemeinschaft in Indonesien immer mehr. So gibt es in Deutschland noch rund 75 Schwestern der Franziskanerinnen Salzkotten, in Indonesien sind es mehr als 300, und weiterhin treten junge Frauen dort zahlreich in die Gemeinschaft ein.

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Kämpferische Ordensgründerin

Wer war die Ordensgründerin Mutter M. Clara Pfänder? Im Jahre 1859/60 gründete die aus Hallenberg im Sauerland stammende Theresia Pfänder zusammen mit zwei weiteren  jungen Frauen die Kongregation, und zwar in Olpe. Ihr Ziel war es, das kontemplative und das aktive Leben stärker miteinander zu verbinden, und zwar durch das Gebet auf der einen Seite und durch die Sorge für die Armen auf der anderen Seite.

Entwicklung wurde durch Kulturkampf blockiert

Drei Jahre später wurde das Mutterhaus von Olpe nach Salzkotten verlegt.  Doch bald geriet die Gemeinschaft in die Wirren des Kulturkampfes in Preußen: Da die Lehrtätigkeit der Schwestern, die Aufnahme von Postulantinnen und die Entgegennahme von Gelübden aufgrund von staatlichen Gesetzen verboten wurden, schien der Weg der Entwicklung blockiert zu sein. 

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In dieser schweren Zeit erwirkte Mutter M. Clara vom bereits inhaftierten Bischof Konrad Martin im Kreisgefängnis von Paderborn eine Geheimvollmacht unter absoluter Schweigepflicht. Der Gebrauch dieser Vollmacht wurde zur Hauptursache für die Zerwürfnisse mit der damaligen Paderborner Geistlichkeit, die 1880 zu der erzwungenen Abdankung Mutter M. Clara führten. 

Erst 1977 wurde die Geheimvollmacht in Rom aufgefunden. 2018 wurde die Ordensgründerin dann im Rahmen eines Festgottesdienstes im Hohen Dom zu Paderborn rehabilitiert. „Geistliches Zentrum“ als Ort der Zukunft

Bis heute fühlen sich die Schwestern ihrem Erbe verpflichtet. Im Mutterhaus in Salzkotten gehen die Schwestern gerade neue Wege beim Aufbau eines „Geistlichen Zentrums“. Dies soll ein Ort sein, an dem auch heute noch Glauben und Leben zusammenkommen, an dem Christusbezug und geschwisterliches Miteinander gelebt und immer wieder neu eingeübt werden können.

www.fcjm.de

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